Km 7221 – Auf dem Dach der Welt – Pamir Teil 2

23:30 Uhr. Der Wecker klingelt. Der Wind rüttelt mit großer Kraft am Zelt. Wir öffnen die Reißverschlüsse des Innenzeltes. Das Außenzelt hängt ordentlich durch. Beherzt drücken die Hände gegen die Außenhaut unseres Zeltes. Mehrere Kilogramm schwerer, nasser Schnee rutschen nach links und rechts. Zelt gesichert – zurück in den Schlafsack. 1:30 Uhr – nächster Schneeräumdienst. 3:30 auch. Erst 5:30 haben Wind und Schneefall nachgelassen, dass wir direkt wieder in den Schlafsack umkehren können. Die erste Schneenacht im Pamir ist überstanden. Als wir morgens das Zelt aufmachen, liegt der vom Zelt gedrückte Schnee fast kniehoch um unsere Behausung. Auf der Fläche ringsum sind vielleicht 10-15 cm gefallen. Alle Berge haben über Nacht eine weiße Mütze aufbekommen. Ein gigantisches Bild! Aber auch ein Bild, was unsere Pläne mal wieder über den Haufen wirft und uns zum Umdenken zwingt…

km 7221 (40 von 135)
Nach unruhiger Nacht wagen wir zum Sonnenaufgang einen Blick aus dem Zelt

In Khorog haben wir noch große Pläne geschmiedet. Wir haben uns eine Genehmigung zur Besichtigung des Zorkul-Nationalparks besorgt, auf den uns Olga und Michel bei unserem Treffen in Qalai-Khumb aufmerksam gemacht haben. Mehrere Tage durch die Abgeschiedenheit. Nur die Natur und wir. Das ist das, wonach wir suchten. Das ist das, was wir auf unserer Route durch den Zorkul-Nationalpark hofften zu finden. Wir stellten unsere Essensvorräte um. Kurze Kochzeit, lange Haltbarkeit, Unempfindlichkeit gegen Frost, sowie ein gutes Packmaß waren die Voraussetzungen. Wir kauften Haferflocken, Nüsse und Trockenfrüchte, sowie ein paar Äpfel für das Frühstück und Buchweizen, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren und Paprika für das Abendessen. Für zwischendurch: Kekse und Schokoriegel. Und zwar von allem recht viel. So verließen wir wirklich schwer bepackt mit gut 2 kg Haferflocken, 3 Kg Buchweizen und je 1 Kg Zwiebeln, Möhren und Kekse die kleine, nicht sonderlich schöne aber dennoch ganz angenehme Stadt Khorog.

Arne machte uns vor dem Start noch einmal auf den maximalen Höhengewinn pro Tag aufmerksam. Ein Blick in unser Medizinbuch sagte uns: Der Schlafplatz darf von Tag zu Tag maximal 500 Höhenmeter über dem des Vortages liegen, andernfalls riskiert man ab 3000 m sich die Höhenkrankheit einzufangen. Wir planten unsere Etappen entsprechend, indem wir das Höhenprofil in unsere Karte übertrugen und tatsächlich nicht mehr als 500 hm am Tag dazugewannen. So dauerte es einige Tage, bis wir überhaupt erstmal auf 4000 m angekommen sind.

Der Großteil der Radler, die wir in Khorog trafen, wählten die Route entlang der afghanischen Grenze, weiter am Panj-River entlang durch den Wakhan-Korridor. Dieser erschien uns deshalb etwas überlaufen und auch so hatten wir nach der Tour bisher eigentlich erstmal genug von ständiger Militärpräsenz und Paranoia vor afghanischen Scharfschützen. Wir sind mit dieser Meinung auch nicht allein, denn auch Arne und Kilian (den haben wir auch beim Inder in Khorog kennengelernt) entschieden sich gegen den Wakhan. Wir waren jedoch von den uns bislang bekannten Leuten die einzigen, die einfach der M41 – dem normalen Pamirhighway weiter folgen wollten. Uns erschien die „Standardroute“ somit irgendwie plötzlich als Geheimtipp. Und in der Tat haben wir in den ersten Tagen kaum andere Radler getroffen. Auch der Verkehr hat massiv abgenommen. 3-4 Mal am Tag kommen kleinere Lkw-Kolonnen, bestehend aus 2-3 Fahrzeugen an uns vorbeigerumpelt. Sonst fast keiner mehr. Großartig!

Die Landschaft in den ersten paar Tagen bis zum ersten 4000er-Pass ist der Wahnsinn. Nach über einer Woche im relativ schmalen Tal des Panj-Rivers folgen wir nun dem deutlich weiteren Tal des Ghund-Flusses. Der Fluss ist deutlich kleiner, das Wasser deutlich klarer, wenngleich immer noch sichtbar mit ordentlich Sedimenten angereichert. Die größere Weite des Tales gibt Natur und Landschaft jedoch viel mehr Platz, sich zu entfalten. Eingefasst wird alles von hohen 3000ern und 4000ern, die das Tal links und rechts eingrenzen. Alle Nase lang halte ich an, weil ich denke, genau den Bergblick gefunden zu haben, den wir auf der rechten Seite unseres Stickers von einem Internetfoto abgemalt haben. Unglaublich schön.

Auf beiden Seiten des Flusses gibt es immer wieder grüne Inseln und kleine beschauliche Siedlungen. Der Fluss wird meist mit abenteuerlichen Hängebrückenkonstruktionen gequert. Uns gefällt das alles sehr. Wir genießen es, plötzlich durch viel mehr grün als zuvor zu fahren. Bäume säumen immer wieder den Wegesrand. Bewässerungsgräben halten große Wiesenflächen saftig grün. Andernorts holen die Leute das Heu vom Feld. Es ist wirklich herrlich! Und es ist ruhig! Stoisch ziehen die Bauern ihre Sicheln durch das hohe Gras, bündeln es anschließend von Hand, verladen es auf ihre alten Lkw und türmen es schließlich auf dem Flachdach ihrer einfachen Lehmhütte wieder auf.

Je höher wir steigen, umso archaischer sehen die Wohnbehausungen der Leute aus. Lehm und gesetztes Bruchgestein bilden meist die Basis. Bei einigen Häusern ist noch ein gesetzter Steinsockel bis auf etwa 1 m über dem Boden erkennbar. Darauf folgen Lehmmauern oder gemischte Lehm-Steinmauern. Auch das typische Pamirihaus-Dach, welches wir im letzten Beitrag beschrieben haben, verschwindet zusehends. Die Häuser haben fast alle nur noch Flachdächer aus Lehm. Keine Ahnung wie das im Winter hält. Man erkennt aber dennoch in jedem Haus ein kleines Glasdach – meist einfach nur zwei kleine Fensterscheiben aneinandergelehnt und die so entstandenen Giebel mit Holz oder Pappe abgedichtet. Dort guckt dann entweder noch ein Schornstein raus, oder das Miniglasdach wird gänzlich geöffnet, wenn der Ofen im Winter angefeuert wird.

Wir bekommen eines Tages die Möglichkeit, ein solches Haus – eins in Steinbauweise – zu besichtigen. Die sind innen dann doch größer als man von außen vermutet, jedoch auch äußerst spartanisch eingerichtet. Wir fragten am Abend zuvor einen Mann mit schöner Pamiri-Mütze, ob wir auf seinem perfekt am Fluss gelegenen Grundstück einen kleinen Platz für unser Zelt in Anspruch nehmen dürfen. Alles kein Problem. Die Einladung zum Essen schlagen wir fast schon routiniert aus, kochen selber und sind dann doch überrascht, als unser Gastgeber mit einer kleinen Butterbüchse vor uns steht. Halb voll mit feinstem Honig ist diese. Dass wir bei einem Imker im Garten stehen, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Zum Glück haben wir noch etwas Brot dabei. Der Honig ist weltklasse. Die Preise für Honig in den Geschäften haben uns bisher immer abgeschreckt auf Honig zurückzugreifen. Auch die Qualität erschien uns dem Preis nicht entsprechend (in Duschanbe konnte man Honig kaufen, wo einfach die halbe Bienenwabe reingebröselt war – ein eher ungewohntes Bild für das westeuropäische Auge). Dieser Honig hier war hingegen besonders klar und hatte ganz offensichtlich auch keine Probleme mit Kälte. Wir waren begeistert und kauften dem Imker am nächsten Morgen direkt 200 ml ab. Umgerechnet 6€ sollte das Kilo kosten. In der Hauptstadt verlangte man für 150 ml mit Bienenwabe ebenfalls fast so viel. Wir runden noch etwas auf und machen unsere kleine Büchse randvoll. Großartig! Als wir mit unseren Rädern gerade von des Imkers Wiese rollten, ist noch schnell ein Wolf durch den Fluss gehopst. Welch mächtige Erscheinung! Wir haben ja inzwischen schon viele große Hunde gesehen. Kleine Hunde gibt es hier ohnehin keine. Doch dieses Tier war nochmal mächtiger. Ohne Furcht und mit offenbar viel Übung querte er den reißenden Fluss, der ihm zum Teil bis zur Nase reichte um anschließend scheu, aber zielstrebig auf der anderen Seite das Weite zu suchen. Wir sind beeindruckt!

Anderthalb Tagesetappen später – wir sind bereits auf 3500 m – spüren wir auch klimatisch, dass es langsam kälter wird. Bereits beim Abendessen im Garten des Imkers waren es nur noch um die 14 Grad. Auf 3500 m sind 14 Grad nun die Tageshöchstwerte in der Sonne. Sobald die Sonne weg ist, dauert es nicht lang und die Temperatur fällt unter 0 Grad. So kommt es uns ganz gelegen, dass die Etappe von 3500 auf 4000m nur gut 25 km lang ist und am Örtchen Jelondy vorbeiführt. Der letzte Ort vor dem ersten 4000er Pass, wo man nochmal eine feste Unterkunft nutzen kann. Doch um die feste Unterkunft ging es uns nicht – wir haben unsere Hütte ja in der Packtasche. Jelondy ist einer der wenigen gut erreichbaren Orte im Pamir, an dem man in den Genuss von heißen Quellen kommen kann. Es ist zwar keine Toscana-Therme – das wäre hier auch irgendwie unangebracht – dafür ist der Preis echt in Ordnung. Umgerechnet 20 Cent Eintritt pro Person werden verlangt. In einem einfachen Steinhaus befindet sich ein in Beton gefasstes und gut 1,20 m tiefes Becken, was durch ein paar Schläuche dauerhaft mit heißem, schwefelhaltigem Wasser gespeist wird. Im Raum sind 100 % Luftfeuchte. Sauna. Von der Decke tropft das Wasser. Es sind zwar sicherlich nur um die 40 Grad, doch in Anbetracht der nur ungewohnten Höhe in Kombination mit diesen klimatischen Sonderbedingungen haben wir ganz schön zu kämpfen. Im Wasser ist es wirklich herrlich warm. Wir haben den Pool für uns allein. In einer Ecke des Raumes gibt es noch eine Dusche, wo man sich nach dem Bad im warmen Schwefelwasser noch einmal mit frischem, heißem … Schwefelwasser abduschen kann. Das hatten wir irgendwie anders erwartet, aber gut.. dann riechen wir die nächsten Tage eben etwas nach Schwefel. Eine gute Beziehung verkraftet sowas 😊 Unser Kreislauf spielt auf jeden Fall verrückt. Allein schon das Verlassen des Beckens nimmt Minuten in Anspruch. Ständig merken wir, wie es dunkel vor den Augen wird. Schnell in die Hocke, dann geht es wieder. Abduschen, abtrocknen, Unterhose an, Türe auf! Kalte Luft pustet einmal quer durch den Raum und reduziert die Kreislaufprobleme erheblich. Gut eine Stunde später sitzen wir aufgewärmt, erfrischt, sauber und dennoch leicht nach Schwefel duftend wieder auf dem Rad. Ganz schön anstrengend, so ein Saunagang, sind wir doch beide keine Freunde des Saunierens.

Auf 4000 m erwartet uns ein weiteres Element unseres Stickers. Die Straße ist schon gut 50-100 m über den Fluss angestiegen, als wir unten am Ufer eine Herde Yaks ausmachen können. Von Weitem waren das einfach nur große schwarze Flecken, dann dachten wir, es seien Kühe, doch so ein Yak ist dann doch nochmal eine ganze Ecke größer als eine Kuh. Hier ist alles größer, als wir es bisher kannten! Schwer beeindruckt und mit einer gewissen Ehrfurcht hocken wir oben am Straßenrand und beobachten die Tiere. Zwei Yaks lassen ihre Hörner mit großer Wucht ineinander knallen, einige andere liegen völlig desinteressiert daneben und kauen frisches Gras. Der tiefhängende Kopf, die ausgeprägten Hörner, der hohe Buckel und das lange Fell lassen die Tiere auf den ersten Blick wirklich sehr gewaltig und regelrecht bedrohlich wirken. Wir sind ehrlich gesagt froh, in sicherer Entfernung zu sein. Es fühlt sich auf jeden Fall schon sehr wild an, die Tiere da unten so zu sehen. Sicher gehören die Yaks irgendwem, doch sie sind ohne Hirten ganz selbstständig im Tal unterwegs.

Der erste 4000er Pass ist erreicht. 4271 m ist er hoch, Koitezek-Pass heißt er. Nach unserem Schlafplatz auf knapp 4000 m führte eine bereits stark in Mitleidenschaft gezogene Straße mit nahezu keinem Asphalt, dafür umso mehr Schlaglöchern Meter um Meter nach oben. Wind setzte ein, trotz Sonne wurde es abrupt kälter. Zum ersten Mal müssen wir die dicken Wintersachen nun auch tagsüber überwerfen. Das Wetter wird rauer. Am Horizont glänzen riesige Gletscher der nächsten 5000er Berge. Was war es im Kaukasus noch für ein Highlight, mal einen 5000er-Berg zu sehen. Jetzt wo wir selbst auf über 4000m mit unseren Rädern unterwegs sind, braucht es nicht mehr viel Berg, um die 5000 m zu überschreiten. Doch einige Berge stechen mit ihren gigantischen Gletschern deutlich hervor.

Es gibt durchaus Momente, da setzt der Wind einfach mal aus. Dann ist Ruhe. So richtig Ruhe. Totenstille. Keine Störgeräusche, kein Grundrauschen, keine Motoren, keine Vögel, noch nicht einmal eine Fliege. Nichts. Wegen des Windes reden wir meist relativ laut miteinander. Bei Windstille reicht es leise zu sprechen und der andere versteht einen noch mehrere Meter entfernt. Wir genießen ja schon immer die Ruhe, die man beim Skifahren auf dem Berg hat, wenn der frisch gefallene Schnee den ganzen Schall schluckt, doch die Stille hier oben auf dem Berg ist nochmal von einer ganz anderen Dimension. Man hört einen Lkw, bevor man ihn am Horizont erblickt. Bis der chinesische MAN-Nachbau einen dann erreicht hat, vergehen noch gut 20 Minuten. Weite bekommt hier eine ganz andere Dimension.

An einem Fluss tanken wir Wasser. Unser Wasserfilter ist inzwischen auf der Liste der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände noch an unserem unverwüstlichem Benzinkocher vorbei auf Platz eins geklettert. Viel braucht es hier nicht zum Leben, wie wir es hier leben. Essen haben wir genug dabei. Hast du Wasser, hast du alles was du brauchst. Auf dieser Höhe, in dieser Kulisse und mit dieser Weite zu radeln und zu wissen, dass du jederzeit nur den Schnorchel deines Wasserfilters in den nächsten Bach halten kannst um die Essenz des Lebens nachzufüllen, vermitteln uns ein absolutes und sehr direktes Gefühl von Freiheit. Ich ertappe mich selbst dabei, den Refrain von Westernhagens „Freiheit“ in Gedanken zu summen. Dabei kann ich den Text nur bruchstückhaft, doch die Atmosphäre, die dieser Refrain vermittelt, erscheint mir der hier erlebten angemessen zu sein.

Einzig der eisige Wind lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein, was dem Freiheitsgefühl einen kleinen, aber nicht wirklich ernsthaften Dämpfer verpasst. Nach einem zweiten – auf keiner Karte verzeichneten – Pass, immerhin auch nochmal auf 4120 m, geht es wieder runter. Nicht wirklich viel, aber doch auf knapp unter 4000 m. Wir hatten einen kleinen Abstecher zum Yashilkul-See geplant, bevor wir von da aus über den über 4300m hohen Kargush-Pass runter zum Wakhan und zum Zorkul-Nationalpark abbiegen wollten. Sobald wir die Hauptstraße, die hier wieder ganz gut asphaltiert ist, verlassen, wird der Weg zur Geduldsprobe. Schlechte Pisten hatten wir auf unserer Reise ja schon einige – haben wir doch Rumänien und Georgien gewissermaßen als Pamir-Trainingslager gesehen – aber die vor uns liegende Piste hatte erstmals ein ganz neues Profil für uns parat. Wellblech. Viel haben wir darüber gehört, doch unter die Räder kommt es uns hier zum ersten Mal. Mir ist rein physikalisch auch vollkommen unklar, wie ein derartiges Wellenprofil auf voller Pistenbreite entstehen kann. Bis zu 10 cm und manchmal noch tiefer ist das Wellenland, bei einem Wellenabstand von einem knappen halben Meter und weniger. Kurzum: Zermürbend. Wir sitzen auf unseren Rädern und werden unfreiwillig gewaltig durchgeschüttelt. Ständig eiern wir von ganz links nach ganz rechts, nehmen dabei einige besonders fiese Buckel mit um letztlich mal 10 m ohne Wellblech auf einem ausgefahrenen Randstreifen fahren zu können. Die Laune fällt abrupt in den Keller. Absolute Zerreißprobe für Material und für unsere Nerven.

15 km geht das so, bis wir am Bulunkul-See angekommen sind. Wir hörten, dass das Wasser trinkbar sei – hier oben ist fast jeder See aufgrund des fehlenden Abflusses ein Salzsee – aber das Wasser hat von weitem derart muffig gerochen, dass wir doch lieber weiter zum Yashilkul-See fahren wollten. Spät war es bereits. Eigentlich schon zu spät, für „mal eben schnell noch um den Berg da vorn“. Die Weite hat auch ihre Gefahren. Man kann in der Ebene ewig weit blicken und hat dennoch absolut kein Gefühl für Entfernungen. Auf der Karte lagen geschätzt noch 5 km Piste vor uns, bis wir schließlich trinkbares Wasser erreichen sollten. In der Praxis quälen wir uns 2 weitere Stunden durch Waschbrett-Wellblech und über fies steile Anstiege, die häufig auch noch besonders sandig waren. Das Ziel schon lange in Sicht, kommt und kommt einfach nicht näher. Die Landzunge, auf der wir schließlich nach 9km ankommen, sieht nicht so aus, wie wir erwartet hatten. In Khorog hatten wir noch den Camping-Tipp mitgenommen, auf der grünen Wiese direkt an der Mündung des Alichur-Flusses in den Yashilkul zu zelten. Auf unserer Landzunge sind wir gut 50 m über dem großen Flussdelta – können keinen Weg nach unten ausmachen und alle Wiesen stehen auch irgendwie unter Wasser. Aber wenigstens haben wir Wasser im Sumpf dort unten…

Die Nacht am Yashilkul war äußerst windig, durch die „Abwärme“ des Sees aber vergleichsweise warm. Wir merken uns: Zeltaufbauen in äußerst exponierter Lage, bei Dunkelheit und Sturm in sandigem Boden ist zwar grundsätzlich möglich … aber Kacke. Wir müssen besser Acht geben, wieviel Strecke bei welchem Gelände noch vor uns liegt und vor allem wo wir Wasser herbekommen, damit uns sowas nicht nochmal passiert.

Der See selbst ist wirklich schön, wenngleich ich irgendwie Bäume am Ufer erwartet hatte. Aber gut. Auf 3700 m wachsen keine Bäume. Eigentlich wächst hier überhaupt nichts. Alles ist tot und verdorrt. Wie eine riesige Hochlandsteppe. Oder wie auf dem Mond. Da waren wir zwar noch nicht, aber karg und trocken sieht der durchs Fernrohr auch aus. Umso krasser ist der Kontrast, denn die grasgrüne Flussaue des Alichur-Flusses umgibt. Weitverzweigt mündet dieser direkt vor unserem Zelt in den Yashilkul. Wir folgen dem Alichur wieder gen Osten mit 2 Zielen. Einerseits soll es hier einen Geysir geben, den wir gern anschauen möchten. So ein heißes sprudelndes Ding ist sicherlich ganz angenehm in der Kälte hier. Andererseits sind wir nun schon so viele Tage unterwegs, dass wir vor unserem Abstecher zum Zorkul in Alichur nochmal Essen und Benzin nachfassen möchten.

Die Piste bleibt genauso mies wie am Tag zuvor. Wir verlassen die Piste und fahren einfach querfeldein. Die Reifen drücken sich einen guten Zentimeter in die eigentlich harte und weitverzweigt gerissene Oberfläche des Lehmbodens. Deutlich höherer Fahrwiederstand, aber immer noch besser als diese verfluchte Wellblechpiste. In einer Senke führt der Weg für einen knappen Kilometer direkt am Flussufer entlang. Eine Herde Yaks grast genau an dieser Stelle. Respekt. Nervenkitzel. Wir überlegen, was wir tun, wenn die uns nicht mögen. Im Grunde sind das ja auch bloß Kühe, doch in ihrem Verhalten strahlen sie deutlich mehr Wildheit aus. Letztlich lassen wir es darauf ankommen. Was sollen wir sonst auch anderes tun. Gibt halt nur diesen Weg. Die Tiere bleiben friedlich, wenngleich wir sie die ganze Zeit nicht aus den Augen lassen.

Der Geysir ist der Knaller. Wir brauchen einige Zeit, bis wir ihn gefunden haben. Von Exil-Leipzigerin Manu, einer weiteren Inder-Bekanntschaft aus Khorog, wussten wir bereits, dass der Geysir nicht gerade groß ist .. aber dass er so klein ist, überrascht uns dann doch. Ein Becken von knapp 3 m Durchmesser fasst ein kleines Rohr ein, in dem es die ganze Zeit blubbert. Mit etwas Geduld kommt alle paar Minuten eine Fontäne raus. Manchmal auch öfter. Die meisten „schießen“ bis zu einem halben Meter dem Himmel entgegen, bevor sie sich in der Breite verteilen und ins Auffangbecken rieseln. Irgendwie niedlich. Wir sind bestimmt fast eine halbe-dreiviertel Stunde da und warten geduldig mit unseren Fotoapparaten im Eiswind. 2 Fontänen sind deutlich größer, so 1-2 m .. haben wir natürlich nicht geschafft, die ordentlich zu knipsen. Aber ein paar Bilder sind es dann doch geworden.

Geprägt vom Ereignis des Vorabends am Yashilkul haben wir uns gezielt eine Stelle am Alichur-Fluss – noch vor Alichur selbst rausgesucht, die wir unbedingt im Hellen erreichen wollen, um ausreichend Wasser zu haben. Dunkle Wolken ziehen von Osten über die Berge. Erste Blitze. Wir fahren irgendwie genau in die Wolkenfront rein. Na Prima. Der Weg bleibt beschwerlich ohne Ende. Ständiges Auf und Ab auf wirklich teils schwer fahrbarer Piste machen ein Vorankommen kaum möglich. Am Tagesende stehen nicht mal 35 km auf dem Tacho. Die Unwetterfront hat uns fast erreicht. Die ersten Schneegraupel fliegen uns schon entgegen. Schnell das Zelt in den Wind gestellt, mit ausreichend Steinen gesichert, die Räder noch zusätzlich als Abspannung gegen den Wind verwendet und noch ein paar Liter Flusswasser durch den Filter gedrückt – schon setzt das Unwetter ein. Zum Glück gibt es keine Blitze in unmittelbarer Umgebung. Es gibt wirklich angenehmeres als auf einer weiten Hochebene unmittelbar unter seinem eigenen Blitzableiter (Zeltgestänge) zu sitzen. Dafür schneit es stark. Binnen weniger Minuten ist aus der kargen Steppenlandschaft eine weiße Winterlandschaft geworden. Vor dem Zelt verrichtet der Kocher tapfer im Schneesturm seinen Dienst und liefert Heißwasser für Tee und Tütennudeln. Ja. Tütennudeln. Auch die haben wir inzwischen an Bord. Habe ich mir während unserer Biwak-Expedition noch das Maul darüber zerrissen, haben wir sie inzwischen doch zu schätzen gelernt. Niemand stellt sich 20 Minuten in den Schneesturm und rührt fein seinen Buchweizen, der bereits bei 86 °C auf 4000 m heftig vor sich hinkocht. Da ist man froh, wenn man „genügsame“ Nudeln dabeihat, denen etwas warmes Wasser zum Quellen reicht. Meutz wird sich jetzt bestimmt ein Loch in den Bauch freuen, wenn er das liest…

Es hat bis zum Morgengrauen durchgeschneit. Alle 2 Stunden klingelt der Wecker, damit unser Zelt nicht unter der Last des nassen Schnees einstürzt. Der Blick aus dem Zelt am nächsten Morgen entschädigt jedoch für die unruhige Nacht. Sonnenaufgang im schneebedeckten Pamir. Ein großartiges Bild! Mittendrin unsere Hütte. Völlig eingeschneit, daneben unsere Fahrräder – kaum noch zu erkennen. Gigantisch!

Bis zum Mittag ist ein Großteil der weißen Pracht wieder weggetaut. Die Sonne hat eine unglaubliche Kraft hier oben. Nur in den Bergen ist noch alles weiß. Sollten wir bei diesem Wetter über den über 4300 m hohen Kargush-Pass? Und wie sieht es dahinter aus? Die Wetterprognose für die kommenden Tage ist kaum besser, als das was letzte Nacht über uns herkam. Warme Sachen haben wir mit, Kälte ist also weniger das Problem. Doch für reichlich Schnee sind wir nicht gerüstet. Unsere Regenüberschuhe sind vom massiven Einsatz zu Beginn unserer Tour schon ganz schön mitgenommen. Und mit unseren leichten flachen Schuhen die Räder womöglich ein paar Kilometer durch den Schnee schieben – nein das ist keine gute Idee. Schweren Herzens entscheiden wir uns, auf der M41 zu bleiben. Schade.

In Alichur decken wir uns dennoch nochmal ordentlich ein. Es ist der erste Ort seit Jelondy und gleichzeitig die erste Einkaufsmöglichkeit seit vielleicht 100 km. Wir stocken nochmal auf und bekommen aus dem Privatvorrat der Magazin-Familie sogar noch einen Liter, bzw. ein Gurkenglas vom Benzin.

Alichur ist zweigeteilt. Von Khorog kommend passiert man zunächst den kleinen tadschikischen Teil des Ortes und fährt anschließend in den großen, ausschließlich kirgisisch geprägten Hauptort. Ein wirklich krasser Ort. Die Bauweise der Häuser ähnelt zwar der zuvor beschriebenen, doch die Art und Weise, wie der Ort aufgebaut ist, vermittelt irgendwie den Eindruck von einem Basislager auf dem Mond. Und das vor 100 Jahren. Man erkennt noch, wie eine Piste von der Hauptstraße in den Ort hineinführt, danach stehen die Häuser jedoch einfach nur unsortiert auf dem Schotter herum. Es gibt keine wirklichen Straßen, kein Trinkwasser, kein Abwasser, geschweige denn Gas. Was nicht eingezäunt ist, ist öffentlich. Zäune gibt es ohnehin nicht, nur große Lehmmauern, die den Häusern auf der Hofseite wenigstens ein bisschen Schutz vor dem Wind bieten. Wasser gibt es am zentralen Dorfbrunnen, das Plumpsklo steht irgendwo im „Garten“. Ein stechend riechender Qualm liegt über den Häusern. Geheizt wird mit getrocknetem Kuhdung. Gekocht und Gebacken auch. Vor einigen Häusern stehen „Non“-Öfen. Non heißt das tadschikische Fladenbrot. Im Prinzip ein großer Lehmofen mit großer Öffnung. Im Innenraum brennt die Kuhkacke und strahlt Hitze auf die rundherum an die Ofenwand gepappten Brotfladen ab. Man schmeckt es nicht, mit welchem Brennstoff das Brot hergestellt wurde 😉 Zwischen dieser dennoch recht ausladend wirkenden Kulisse springen einige Kinder umher. Nach einiger Zeit des Beobachtens können wir auch irgendwie öffentliches Leben im Ort erkennen. Kalter Wind kommt auf. Es beginnt erneut zu schneien. Das Wetter passt hier irgendwie her.

Wir hatten uns noch eine Hinterland-Light-Variante als Ersatz für die entfallene Zorkul-Runde überlegt. Die sollte uns gut 50 km hinter Alichur nach Osten in ein Nebental Richtung chinesischer Grenze führen. Am Abzweig entlädt sich die nächste Schneegraupel-Wolke. Wir blasen das Vorhaben endgültig ab, kämpfen uns bei Eiswind den eigentlich leicht fahrbaren Naizatash-Pass (4137 m) hoch und rollen überraschend schnell in Murghab ein.

Das Pamir-Hotel in Murghab erinnert mich ein bisschen an die Negoiu-Hütte im Făgăraș-Gebirge, nur dass es Duschen mit heißem Wasser gab. Unser Zweibettzimmer war in Ordnung, eine Heizung gab es nicht. Aber wenn man sich mehrere Tage draußen im kalten Wind aufgehalten hat, erscheinen einem die 15 Grad Zimmertemperatur doch recht kuschelig warm. Das Pamir-Hotel ist ähnlich wie die Pamir-Lodge in Khorog offenbar Anlaufstelle für die meisten Radler. Wir treffen auch einige bekannte Gesichter wieder, bzw. lesen deren Namen auf der Anmeldeliste. Kilian ist am gleichen Tag eingetroffen. Wenig später treffen wir ihn auch direkt beim Essen. Große Freude! Seine Pläne sehen ähnlich aus wie unsere und sein Reisetempo nach eigenen Angaben auch. Wir beschließen nach einem Pausentag gemeinsam ein paar Kilometer zu fahren.

Murghab wurde uns als Containerstadt angekündigt. Stimmte aber so nicht ganz. Die Stadt hat einen Containermarkt, besteht sonst aber auch eher aus Lehm und Lehm-Steinhütten. Wie schon in Alichur gibt es natürlich weder fließend Wasser noch Abwasser. Stattdessen gibt es öffentliche Plumpsklos und ein paar – meist von westlichen Staaten finanzierte – Dorfbrunnen. Neben der EU fiel uns insbesondere Japan als großer Gönner und Geldgeber für derartige Projekte auf. Auf dem Markt ist einiges los, in den Nebengassen wird aber auch mal eine Kuh geschlachtet. Hunde freuen sich über die riesige Blutlache und nagen an den Überresten herum. Ein bisschen wie im Mittelalter.

Nach unserem Pausentag geht es frisch gestärkt nun zu dritt weiter. Kilian hat seine Studienzeit witzigerweise in Leipzig verbracht und wird uns von nun an ein Stückchen begleiten. Er ist wirklich ein sehr angenehmer und vor allem geduldiger Zeitgenosse – haben wir doch nach Pausentagen immer extreme Probleme halbwegs pünktlich loszukommen. Wir kommen sogar noch vergleichsweise weit, obwohl wir erst mittags losgefahren sind. Von Murghab sind es ca. 75 km bis zum Höhepunkt des Pamirhighways. Dem Akbaital-Pass. 50 haben wir am ersten Tag bereits geschafft, die verbleibenden 25 km bis zur 4655 m hohen Passhöhe kosten dann aber doch nochmal ordentlich Kraft.

Es fährt sich wirklich sehr gut im Dreierteam. Kilians Rad hat eine noch leichtere Übersetzung, mit der er noch besser die Berge hochkommt – er fährt immer etwas voraus, wartet dann aber wieder geduldig bis wir wieder ran sind. Auf den letzten Metern zum Akbaital keuchen wir aber alle ordentlich. Weniger als 580 hPa zeigt Kilians Luftdruckmesser. 1013 ist normal. Das ist schon ziemlich heftig und macht sich am letzten Steilstück des Passes auch nochmal schön bemerkbar. 50m fahren, anhalten und keuchen, als wäre man 3000m gesprintet. Generell atmet man hier oben unbewusst irgendwie anders. Tiefer. Bekommt man auf Normalhöhe womöglich Kreislaufbeschwerden, wenn man permanent komplett tief ein und ausatmet, macht man dies hier oben ganz automatisch. Flach atmen geht quasi nicht. Da fehlt schon der Sauerstoff. Erschreckend und beeindruckend zugleich.

Nach der Passhöhe sind wir froh, nicht in die andere Richtung unterwegs zu sein. Auf einige Kilometer zerfahrene Buckelpiste folgen noch mindestens 15-20 weitere Kilometer Wellblechpiste. Manchmal können wir auf Nebenrouten ausweichen. Die sind dann aber auch schon arg mitgenommen. Man eiert von links nach rechts und wieder zurück, steckt dabei einige derart heftige Schläge ein, dass man Angst hat, es reißt einem gleich alles ab. Wirklich der Hass.

Die Nächte bleiben kalt. Während unserer Zeltnacht zwischen Akbaital-Pass und Karakul-See ist sogar der Bach, an dem wir unsere Zelte aufgestellt hatten, halb zugefroren. Es geht nochmal über einen letzten kleinen Minipass hinunter zum Karakul-See. Der See an sich ist schon recht schön, seine Lage gigantisch. Auf 3923 m wird der riesige Salzsee umgeben von schneebedeckten Bergen mit 5000-6000 m Höhe. Die Straße führt schnurgeradeaus bis zum Horizont. Wir blicken fast mehr in den Rückspiegel als nach vorn. Die Entfernungen hier sind nun gar nicht mehr greifbar. Man kann ewig weit blicken und ist vor den ganzen Bergriesen tatsächlich nur noch ein kleiner Punkt in der Landschaft. Wir kommen uns tatsächlich vor, als wären wir auf dem Dach der Welt. Nichts anderes heißt Pamir ins Deutsche übersetzt. Unvorstellbar, wunderschön und zutiefst beeindruckend. Einzige Konstante ist der chinesische Grenzzaun, der hier weit auf tadschikischem Gebiet steht und stets zu unserer Rechten eher schlecht als recht die Grenze sichert.

Karakul – der gleichnamige Ort zum See – wirkt hingegen auf den ersten Blick wie eine verlassene Militärbasis. Auf der Außenwand des zerstörten Checkpointhäuschens prangt die Aufschrift „STOP“. Stacheldraht, eine Art Kaserne, umgekippte Autowracks und viele Häuser, bei denen es schwer fällt zu glauben, dass da noch einer drin wohnt. Irgendwie menschenfeindlich und doch laufen am Ufer des Sees ein paar Leute in bunten Jacken herum, die ganz offensichtlich hier ein Homestay – also ein Privatzimmer bezogen haben. Nur das wundervolle Seepanorama lädt zum Verweilen ein. Der Ort selbst strahlt eher ein lautes „Fahrt bloß weiter!!“ aus. Wir wollen hier unsere letzten Tadschikischen Somoni auf den Kopf hauen und in Essen umsetzen. Langsam tasten wir uns durch den Ort, lassen uns von zwei Jugendlichen zum ersten Magazin eskortieren, betrachten das magere Angebot und kaufen lediglich eine Tüte Schokoriegel (immerhin 1kg). Anschließend eiern wir ewig durch den Ort und treffen im Ortskern dann doch noch auf ein paar mehr Leute. War zuvor niemand weiter auf der Straße, sind nach einiger Zeit unserer Anwesenheit dann doch ein gutes Dutzend Kinder und ein paar Frauen auf der Straße unterwegs. Eine Gruppe Männer pinselt gerade neue Schrifttafeln als Dekoration an die Außenfassade des Schulgebäudes. Das Bildnis des Präsidenten lacht uns vorübergehend auf dem Boden stehend an. Im Herzen Kirgisen, aber politisch folgen sie doch dem Personenkult des tadschikischen Präsidenten. Vielleicht müssen sie das auch, wir wissen es nicht. Nach einiger Zeit fragen wir uns bei den inzwischen auf der Straße befindlichen Leuten durch, bis schließlich ein paar Jungs uns zum zweiten Magazin führen. Eine unscheinbare Tür in einem für uns privat wirkendem Hinterhof. Keine Aufschrift, kein Hinweis, nichts. Hätten wir nie und nimmer gefunden. Die Jungs verduften wieder. Wir sind die Einzigen hier und fühlen uns so sicher, dass wir die Räder draußen stehen lassen und gemeinsam zum Beutezug in den Laden schreiten. Viel gibt es zwar auch hier nicht, aber definitiv mehr als im ersten Laden. Wir kaufen jede Menge Fertignudeln, ein paar Schokoriegel, sowie den gesamten Vorrat an Sonnenblumenkerntafeln (extrem lecker). Während unseres Beutezuges kommen immer wieder mal ein paar Kinder rein. So wirklich was gekauft hat aber keiner. Erst als wir diesen seltsamen Ort wieder verlassen haben merken wir es. Ich hatte mich schon gewundert, dass mein Rückspiegel verstellt war… Diese verdammten Kirgisenkinder haben unsere Talismänner geklaut! Tausende Kinderhände haben der kleine zufrieden guckende Tiger an meinem Spiegel und das Eis-essende Schaf an Aileens Spiegel überlebt. Alle haben sie immer wie die Wahnsinnigen die Tiere festgehalten oder daran herumgezerrt. Aber bisher haben sie immer gehalten. Jetzt sind sie weg und wir sind wirklich zutiefst traurig und gleichermaßen wütend. Später merke ich auch noch, dass diese Gören mir auch noch meine Tadschikistan-Fahne geklaut haben, die ich u.a. von Aileen zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Verdammte Kinder!

Wir haben generell feststellen müssen, dass die kirgisischen Kinder viel aufdringlicher sind, als die tadschikischen. Jetzt mal abgesehen von den Steinewerfern aus Zigar – das war sicher so ein „in der Gruppe sind wir stark“-Ding, waren die tadschikischen Kinder doch angenehm zurückhaltend, was den direkten Kontakt anging. Also alle brüllen zwar „Hello Hello“, aber keiner traut sich deine Sachen anzufassen. Seit Alichur reicht es hingegen einfach anzuhalten und die Kinder kommen an und spielen ungefragt an allem herum, was sich anbietet. Bremsen, Schaltung, Klingel. Alles muss angetatscht und verstellt werden. Und jetzt haben diese verdammten Rotznasen uns auch noch beklaut. Zum Glück ist unser Willi noch da! Wir hoffen, das Karma rächt sich bei Ihnen.

Der schlechten Stimmung geben der furztrockene Sandboden und die vielen ausgetrockneten Flüsse noch den Rest. Wir sind noch bestimmt 15-20 km hinter Karakul gefahren, um bei all den auf unserer Karte verzeichneten Flüssen festzustellen, dass diese ausgetrocknet sind. Kein Trinkwasser heute mehr. Aufgrund der Kälte haben wir allerdings auch wenig getrunken, sodass die Vorräte noch für Abendbrot, Frühstück und Tee ausreichen könnten.

Am nächsten Tag warten zwei Pässe über 4000m auf uns. Zwischen beiden Pässen ist ein großer Fluss in unserer Karte verzeichnet. Der hat sogar einen Namen. Wir sind uns sicher: Da gibt es Wasser! Mit dem genialen Panorama des Karakul-Sees im Rücken arbeiten wir uns den ersten Pass hoch. Kilian ist schon vorausgefahren und wollte am Fluss auf uns warten. Kurz vor dem Hochpunkt quert ein glasklarer kleiner Bach den Weg.  Den lassen wir doch relativ unbeachtet links liegen. Warum noch extra Wasser mit hochschleppen, wenn es unten auch welches gibt. Nach dem 4232m hohen Uy-Buloq-Pass beginnt das Waschbrett. Kalter Wind und gelegentliche Schneegraupel machen das Bild perfekt. Wir rattern auf der schlechten Piste nach unten und fahren durch das vor uns liegende – komplett trockene – Tal. Kein Fluss! Nur ein paar salzige Wasserlachen. Aber auch von Kilian ist nichts zu sehen. Gut.. warum sollte er in diesem Ödland auch auf uns warten. Die Berge sind hier im Vergleich zum sonst relativ konstant grauen Pamir nun ab und an auch mal rot. Besonders hinter dem chinesischen Grenzzaun.

Schließlich findet sich aber doch ein kleines Rinnsal. Sehr sedimenthaltig – Härtetest für den Wasserfilter. Ein paar Engländer halten mit ihrem Jeep. Sie berichten, dass Kilian nicht weit entfernt auf uns wartet und dass sie ihm mangels Wasser mit einer Flasche ausgeholfen haben. Wir pumpen vorsorglich noch ein paar Liter in den Wassersack, damit wir alle am Abend ausreichend Wasser haben.

Der Untergrund bleibt schlecht. Nach wenigen Kilometern haben wir Kilian wieder erreicht. Eingepackt wie ein Michelin-Männchen wartet er auf einer Anhöhe bereits seit einer guten Stunde auf uns. Gemeinsam nehmen wir den Weg zur Grenze in Angriff. Der Grenzpass soll auch nochmal 4282 m hoch sein. Auf gut 4200 m befindet sich der tadschikische Grenzposten. Man nimmt uns unseren Visums-Zettel ab, drückt ordentlich den Ausreisestempel in die Pässe und schon sind wir im Niemandsland. Der kirgisische Grenzposten kommt erst 20 km später. Welchem Land das Gebiet dazwischen nun zugeordnet ist, ist unklar.

Die Sonne geht langsam unter. Wir schaffen gerade noch unser letztes Pass-Foto am Kyzyl-Art-Pass. In steilen Serpentinen auf ausgefahrenem, erdigem Untergrund geht es nun steil bergab. Nach gut 200 hm kommen wir bei einer Art „Straßenmeisterei“ an. Zumindest rosten draußen ein paar Planierraupen vor dem Haus herum. Die Temperatur liegt bereits zum frühen Abend spürbar unter 0 Grad. Wir fragen, ob wir am Hang hinter dem Haus zelten dürfen – kein Problem. Schnell kocht jeder sein Essen – Tütennudeln! Es folgt das inzwischen aufgrund der niedrigen Temperaturen und des eisigen Windes zur angenehmen Gewohnheit gewordene gemeinsame Abendessen im Vorzelt unserer Zeltvilla. Im Prinzip sitzen wir jeden Abend noch 1-2 Stunden bei uns im Vorzelt, lassen den Tag Revue passieren oder philosophieren anderweitig über die Welt.

Es war die bislang kälteste Nacht. Als ich abends halb 9 noch einmal Wasser aufsetze, zeigt das Thermometer im Tacho schon -5 Grad und fällt zusehends. Letztlich war es wohl deutlich unter -10 Grad. Am nächsten Morgen ist alles eingefroren. Als wir mit dem Zeltlappen das Kondenswasser im Innenzelt abwischen wollten, rieseln uns Eiskristalle entgegen. Alles ist eingefroren. Wir kuscheln uns nochmal in den Schlafsack zurück und beschließen zu warten, bis die Sonne endlich über den Berg guckt. Danach ließ es sich gut aushalten.

Die Einreise auf kirgisischer Seite kam deutlich später als erwartet. Wir warten erstmal geduldig hinter dem geschlossenen Schlagbaum. Ein Grenzsoldat fuchtelt die ganze Zeit mit einem ollen Küchenmesser herum und lässt die Besatzung eines Ladas ihr Vehikel komplett ausräumen. Hoffentlich müssen wir nichts auspacken, denken wir uns. Schließlich wollte der Grenzer unbedingt mit Kilians Fahrrad fahren, blieb aber ansonsten friedlich. Er drückte ihm sein blödes Messer in die Hand und rollte zur Ausreiseschranke. Kilian durfte laufen. Die Grenze verlief dennoch reibungslos und unkompliziert. Wir sind nun in Kirgistan. Land Nummer 12 unserer Reise.

Auf gutem Asphalt geht es weiter talwärts. Der Blick ist dennoch stets nach hinten gerichtet. Das Bergpanorama der Pamir-Nordseite ist wirklich äußerst beeindruckend. Wir kommen kaum vorwärts, weil wir ständig Fotostopps einlegen. Schließlich durchradeln wir eine lange Ebene, die Pamir im Süden und Alai-Kette im Norden verbindet. Starker Seitenwind macht die Fahrt nicht wirklich zum Vergnügen und zehrt an unseren Kräften. Als wir in Sary Tash angekommen sind, überlegen wir gemeinsam, wie es weitergehen soll und beschließen, eine Unterkunft zu beziehen. Aileen und Kilian versuchen mit US-$, die wir als Notreserve seit Aserbaidschan in geringer Menge mit uns führen, etwas zu Essen zu bekommen. Klappt erst auf den zweiten Versuch und dort auch nur widerwillig. Aber wir können leider erst frühestens in Osh die Landeswährung abheben, also muss es mit $ gehen.

Am Magazin und später durch Zufall auch noch in unserem Guesthouse treffen wir Sabine und Max. Zwei Holländer, beide um die 50, die ihre gesamte Existenz aufgegeben, Jobs gekündigt, sowie Haus und Autos verkauft haben, um jetzt 2 Jahre mit einem Motorrad um die Welt zu fahren. Dabei haben die beiden insgesamt maximal halb so viel Gepäck wie jeder einzelne von uns. Krass! Dieser Schritt ist dann doch nochmal eine andere Hausnummer. Wir ziehen unseren Hut vor den beiden und ihrem Vorhaben. Landestypisch in einer Jurte essen wir gemeinsam zu Abend und können uns noch angeregt über die Vorhaben der jeweils anderen austauschen. Eine ausgesprochen angenehme Begegnung.

Ganz nebenbei: Mit dem Besuch der Jurte haben wir nun auch alles gesehen, was wir auf unseren Sticker gemalt haben. Also eigentlich sind wir fertig. Aber wollen wir schon fertig sein? Nein! Unsere Tage sind langsam gezählt. Es fällt uns schwer das einzusehen – gibt es doch noch so viel zu sehen. Von Sary Tash sind es in unserem Tempo nochmal gut 3 Tage bis Osh. 2 Pässe über 3000 m warten direkt zu Beginn mit viel Gegenwind auf uns. Was folgt ist eine 90 km lange Abfahrt vom 3615 m hohen Taldik-Pass bis auf das gut 1500 m hohe Gultscha. Starker Gegenwind machen die Abfahrt nur im ersten Serpentinenteil zum Vergnügen, danach eher zur Kraftprobe. Als 3er-Team wechseln wir uns, dicht im Windschatten des Vordermanns fahrend, alle paar Kilometer ab. Der führende trampelt wie ein Wahnsinniger gegen den Wind, während alle hinter ihm auf der Bremse stehen, um durch den fehlenden Luftwiderstand nicht aufzufahren. Wir gabeln unterwegs noch Stephane (ein echt cooler Franzose, den wir schon in Qalai-Khumb, Khorog und Murghab getroffen haben) und seinen Partner Antoine auf und fahren zeitweise sogar als 5er-Gruppe.

Die Landschaft ist vollkommen anders als im Pamir. Es ist zwar nicht so knallig grün, wie wir es uns vorgestellt hatten – und doch ist es überhaupt erstmal grün. Nach Tagen, ohne erkennbare Vegetation fallen die gelbgrünen Wiesen, die vielen Sträucher und Bäume sowie das überall plätschernde Wasser angenehm auf. Die Felsen sind bunt. Häufig erkennt man, wie einzelne Spitzen im Laufe der Zeit in verschiedenen Schichten durch Tektonik gen Himmel gedrückt wurden. Sandfarbene Streifen wechseln sich mit grünen und roten Streifen ab. Die Berge sind zwar nicht mehr ganz so hoch wie im Pamir, aber dennoch sehr magisch.

Nachdem Aileen für 2$ in Gultscha nochmal 6 Brote gekauft hat (für das gleiche Geld bekommen wir in Deutschland schon fast 2 Käsesemmeln, ohne Belag. Traurig.), stärken wir uns nochmal für den letzten Pass. Gut 900 hm kurbeln wir mal eben zum Nachmittag nochmal nach oben. Auf dem Weg treffen wir wieder auf viele Kinder. Unberechenbarer als Hunde. Die einen schmeißen erst mit Stöcken, laufen dann ewig neben uns her, fragen uns auf Russisch aus und schenken uns schließlich noch Äpfel zum Abschied, wenig später winkt uns ein 4-Jähriger lachend zu, hebt einen Stein auf und wirft diesen nach uns. Wir werden nicht grün mit den Kindern hier. Auf 2389 m angekommen ist es schon reichlich spät. Unser Wasser ist fast leer. Wir lesen auf einem Schild „Tourist-Attraction – Yurt-Camp“ und beschließen dort nach Wasser und einem Zeltplatz zu fragen. Aber hier ist alles schon abgebaut. Keine Leute mehr, keine Jurten mehr und Wasser gibt es erst recht nicht. Wir ziehen weiter, lassen bergab ein bisschen rollen und überholen ohne Mühe einen dieser kleinen Hyundai-Porter-Mini-Lkw, die hier Staatskarosse Nr. 1 zu sein scheinen. Wenige hundert Meter später halten wir an ein paar Containern, wo allerlei Zeug verkauft wird. Wasser gibt es hier nur für Geld. Mist. Der Mini-Lkw stoppt hinter uns. Eine Frau, ein Mann und ein Kind steigen aus. Über unser Woher und wohin wollen sie informiert werden. Sie sind begeistert. Sie geben uns auch etwas von ihrem Wasser ab. Die Frau kauft uns sogar noch 2 Flaschen Wasser am Container. Das ist echt so lieb. Die Krönung ist aber, dass wir von der Ladefläche des Transporters schließlich noch gut 2 kg Kartoffeln bester Qualität und einen ordentlichen Batzen hausgemachter Yak-Butter bekommen. Geil! Endlich wieder Bratkartoffeln. Da brauchen wir auch nicht wirklich Wasser zum Kochen! Nachdem wir uns verabschiedet haben, bugsieren wir unsere Räder gemeinsam mit aller Kraft einen über 20% steilen Hang auf eine Wiese hoch. Nur Kilian fährt unter größter Kraftanstrengungen alles hoch. Mit Pausen immerhin. Wir haben hingegen zu zweit bereits große Mühe, unsere Räder den Berg hochgeschoben zu bekommen.

Oben angekommen, erwartet uns ein verlassenes Jurtencamp inmitten herrlichster Wiesenhügel. Wir beschließen, auf dem „Grundstück“ einer Jurte die Zelte aufzustellen. Aileen beginnt umgehend mit der Schnippelei für das Essen. Kilian und ich bereiten die Kocher vor und fangen an parallel zu brutzeln. Die Benzinbrenner machen eigentlich viel zu viel Hitze für das, was wir hier machen. So müssen wir ununterbrochen rühren und stellen fest, dass die Töpfe auch gern größer sein könnten. Dennoch gelingen die Bratkartoffeln sehr sehr gut. Eine Delikatesse gegenüber dem, was wir die letzten Tage so gegessen haben. Und gleichzeitig ein sehr schönes letztes gemeinsames Essen mit Kilian. Wir haben die Begleitung – immerhin für eine volle Woche – sehr genossen. Wir wünschen dir auf deiner weiteren Reise nur das Beste und freuen uns auf ein Wiedersehen nächstes Jahr. Außerdem danken wir dir für deine tollen Fotos, die uns so einiges Stativaufstellen erspart haben 🙂

Die 60 km bis Osh vergingen wie im Flug. Es ging durchweg bergab und wir kamen mit unserer Windschattenfahrweise gut voran. Kurz vor Osh gabeln wir noch Jörg auf. Auch ihn haben wir zuvor schon in Khorog und in Murghab getroffen. Auf dem Pamirhighway kommt keiner weg. 😊

Nun sind wir also in Osh. Vom Gefühl her deutlich kleiner als Dushanbe. Vom Verkehr her eine Katastrophe. In Kirgistan denkt jeder, man muss einfach nur lange genug hupen, wenn man sein Recht erzwingen will. Das nervt manchmal ganz schön und führt bei unserer Einfahrt in die Stadt auch direkt dazu, dass Jörg einen hinter ihm hupenden Taxifahrer erstmal schön volllöffelt. Wir müssen schmunzeln. Die meisten Radler zieht es in Osh ins TES-Guesthouse. Da wir aber dort nicht im Garten zelten wollen, sondern ein richtiges Doppelzimmer beziehen möchten, suchen wir uns etwas anders. „Lovely Home for You“ steht an der Tür. Grundsätzlich ist die Unterkunft auch sehr schön. Die Inhaber haben noch vier weitere Gästehäuser in Osh, akzeptieren die Landeswährung nur ungern (sie wollen $$$, mit Som können sie nichts anfangen…) und versuchen, wo es nur geht, noch Geld zu machen. Das gibt der eigentlich netten Unterkunft dann doch einen faden Beigeschmack.

Osh selbst ist jetzt nicht unbedingt so super sehenswert. Mitten in der Stadt gibt es einen Freizeitpark mit 30 Jahre alten Attraktionen. Uns begeistert aber besonders, dass es massig Basare gibt. Die halbe Stadt ist im Prinzip ein Basar. Jeden Tag schlendern wir mehrere Stunden durch die engen Gassen und staunen immer wieder aufs Neue, was es hier alles gibt. Auch decken wir uns mit frischem Gemüse ein, sodass wir in unserer Unterkunft nach Belieben lecker kochen können. Wirklich sehr schön.

Drei Tage Osh waren geplant, inzwischen sind es wetterbedingt vier geworden. Nach einem Monat Radfahren mit insgesamt nur drei sind ein paar Tage Pause auch für unsere Körper mal ganz angenehm. Mal zur Ruhe kommen. Kraft tanken. Und Vorräte auffüllen. Nach Auskunft der anderen Radler steht uns wohl der anstrengendste Teil der gesamten Reise bevor. Weniger wegen der Höhe – es geht „nur noch“ auf knapp 3500 m hoch – als vielmehr wegen der deutlich steileren Steigungen und des unbefestigten Untergrundes. Arne schrieb uns vor einigen Tagen, dass die Straßen zu 98 % aus Schotter bestehen werden. Er fährt uns mit einer Woche Vorsprung voraus. Außerdem ist hier der Herbst in vollem Gange. Die letzten zwei Tage regnete es in Osh recht viel. Das Wetterradar zeigt für das Bergland in das wir wollen Schnee an. Wir sind ganz gut gerüstet, planen aber wieder mit eher kurzen Tagesetappen, um wohl oder übel rechtzeitig in Almaty zu sein.

Almaty. Ja… Verdammt! Das Ende ist auf gut 1100-1300 km (so genau haben wir die Route dann doch noch nicht geplant) zum Greifen nahe. Ob wir das gut finden? Nein. Klar freuen wir uns darauf, Familie, Freunde und Kollegen wiederzusehen. Wir freuen uns, mal wieder was Leckeres zu kochen, was über den Horizont unseres kleinen Kochers hinausgeht. Hackbraten zum Beispiel… Naja. Doch wir haben uns andererseits schon sehr gut an das Nomadenleben gewöhnt. Wir sind außerordentlich sparsam und gleichermaßen genügsam unterwegs. Brauchen nicht viel, erwarten nicht viel, freuen uns aber dennoch wenn es mehr, oder überhaupt irgendwas gibt. Unser Reisebudget ist noch nicht mal zu einem Viertel aufgebraucht. Das Teuerste der gesamten Reise wird wohl der Heimflug werden… Wir genießen den letzten Monat unseres Abenteuers, hoffen auf schönes Wetter und versuchen so gut es geht auszublenden, dass es sich um die letzten 4 Wochen handelt. Neidisch verabschieden wir die vielen Open-End-Radler in Osh, die vor lauter Freiheit die tollsten Ideen für ihre weitere Reise entwickelt haben. China, Pakistan, Nepal, Südostasien, Japan, Amerika. Wir wünschen ihnen nur das Beste und brechen nun selbst Richtung Almaty auf…

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13 Kommentare zu „Km 7221 – Auf dem Dach der Welt – Pamir Teil 2

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  1. Hallo Ihr zwei Weltenbummler. Unfassbar was Ihr erlebt, eine tolle Sache! Eure Schilderungen werden immer spannender und professioneller, weiter so. Es macht großen Spass Euch zu folgen. Seid nicht traurig darüber, dass Ihr bald am „Ziel“ seid. Wir freuen uns bereits heute, Euch endlich wieder in die Arme zu schliessen. Passt weiter auf Euch auf und kommt gesund und munter zurück. Alles Gute und viel Glück von Anke und Papa

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  2. Hi ihr beide,
    bei uns wird es auch langsam wieder kälter, aber wenn ich eure Fotos sehe und Temperaturangaben lese, bekomme ich gleich wieder eine Unterkühlung. Großen Respekt, wie er das alles meistert (Schnee, Wind, Steigung, Waschbrettpisten, Steine werfende Kinder).
    Es sind auch wieder viele großartige Aufnahmen dabei! Ein Lob an den Fotografen!
    Landschaftlich ist es aber wirklich eher trist. Manchmal muss ich an meine Island-Rundreise denken – dort gibt es aber höhere Geysire. 😀
    Sehr cool finde ich, dass Aileen es irgendwie geschafft hat, ihren schwarzen Sterne-Bikini in die Radtasche zu bekommen. 😉
    Also dann, ich wünsche euch möglichst unbeschwerte, letzte Strecken-Kilometer und einen großartigen Reiseabschluss. Passt auf euch auf und bis dann!
    LG
    Fl:o)

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  3. Also das liest sich so toll und die Bilder, herrlich.Trotzdem freuen wir uns auf ein Wiedersehen,wenn Ihr wollt den Samstag vor dem 1. Advent da feiern wir unsere Burtzeltage nach .Ihr könnt auch ohne Zelt bei uns übernachten 😂😂😂😂

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  4. Was macht Ihr für Wahnsinnstouren, wir haben gespannt den neuen Bericht erwartet und sofort gelesen und die schönen Fotos bestaunt. Für das Geleistete Reiten auf Euren Drahteseln ziehen wir unseren Hut. Kopfschüttelnt
    fragen wir uns, warum Ihr Euch so vielen Strapazen und Entbehrungen ausliefert. Wir bestaunen Eure Ausdauer. Wir wünschen Euch weiterhin die Kraft und Gesundheit um glücklich nach Hause zu kommen. Passt gut auf Euch auf, lasst alle Krankheiten vor Ort. Wir wünschen uns ein fröhliches Wiedersehen. Seid lieb umarmt von Oma Christa und Opa Günter.

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    1. Vielen lieben Dank! Vielleicht liefern wir uns Strapazen aus. Vielleicht mag das Ein oder Andere auch für euch wie eine Entbehrung klingen… uns kommt es aber weniger wie eine Entbehrung, wie vielmehr eine Bereicherung vor. Entbehrung, Verzicht oder gar Armut haben wir in den letzten Monaten völlig anders wahrzunehmen gelernt. Wir werden im nächsten oder übernächsten Blogbeitrag uns dazu noch etwas mehr auslassen. Seid gespannt 🙂

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  5. Hallo ihr zwei, wir verfolgen eure abenteuerliche Reise seit der Fernsehsendung über den Fagaras! Wir waren diesen Sommer dort auch mit dem Auto unterwegs und haben die herrlichen Landschaften und die freundlichen Menschen dort sehr genossen. Heute Abend ist es nun endlich soweit und wir fliegen von Prag aus nach Bischkek. Wir reisen zwar mit einem Mietwagen, aber anhand eurer Reiseberichte konnten wir unseren Trip schön planen! Vielen Dank für die schönen Eindrücke vorab! Wir hoffen, das wir auch so problemlos wie ihr den Pamir Highway genießen können! Wir wünschen euch eine schöne Weiterfahrt! Liebe Grüße Stieve und Anja aus dem schönen Klingenthal im Vogtland!

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  6. Wieder ein so toller und spannender Bericht, der uns zusammen mit den Fotos ein bisschen mitreisen lässt. Zum Glück brauchen wir uns dabei nicht die Pässe hochkämpfen auch brauchen wir nicht bei Kälte und Schnee im Zelt übernachten. 🙂
    Meinen Respekt habt Ihr immer wieder und ich finde es toll, dass Ihr das bisher so großartig durchgezogen habt. Diese Erlebnisse, Bekanntschaften und Erfahrungen kann Euch keiner mehr nehmen.
    Viel Spaß noch auf den nächsten Kilometern, bleibt gesund genießt die erlebnisreichen Tage!

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  7. Hallo, ihr beiden Drahteselquäler 🙂
    ich bin erst vor wenigen Tagen dazugekommen, eure letzten 2 umfangreichen Blogeinträge zu lesen – es ist einfach faszinierend, mitzuverfolgen, was ihr dort alles erlebt, durchlebt und aushaltet. Riesenkompliment auch an Lars für die detaillierten Schilderungen! Und die Wahnsinns-Fotos sind immer wieder überwältigend. Gute Reise euch nun auch noch auf der letzten Etappe !

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